Ausstellungen im
Hohenloher Freilandmuseum
Sonderausstellungen
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Dorf unterm Hakenkreuz
21. März - 7. November 2010
Die sieben Freilichtmuseen in Baden-Württemberg widmen sich einem gemeinsamen Thema, das von dieser bäuerlich geprägten Kultureinrichtung im Regelfall nicht so erwartet wird: dem "Dorf unterm Hakenkreuz". Denn die vielen Gebäude, die heute in den Museen stehen, hatten nicht nur eine Geschichte in der Barockzeit oder im Kaiserreich, sondern haben auch mit ihren Bewohnern und Nutzern die zwölf Jahre der NS-Diktatur erleben müssen. Um das vielfältige Geschehen und die starken Beeinflussungen des NS-Staates auf das dörfliche Leben weitgehend authentisch zeigen und präsentieren zu können, zeigt jedes Museum schwerpunktmäßig einen oder mehrere Ausschnitte aus dieser Zeit.
Das Faltblatt zur Ausstellung können Sie als PDF herunterladen, indem Sie jeweils auf die zwei folgenden Bilder klicken.
Ziel der Ausstellungsreihe ist es, nicht einen neutralen Ausstellungsraum zu wählen, in dem die Schicksale und Vorfälle in dieser Zeit ohne emotionale Beziehung dargestellt werden, sondern bewusst in die Häuser des Freilandmuseums zu gehen, die in der kurzen, aber schrecklichen Zeit des NS-Regimes für das Dorf eine gewisse Bedeutung hatten.

Das Hohenloher Freilandmuseum hat sich mit seinen mehr als 60 versetzten Gebäuden überlegt, welche davon in der Zeit des „Tausendjährigen Reiches" im Ausstellungsverbund für das Thema „Mitläufer, Funktionäre, Verfolgte" besonders aussagekräftig sind. Dabei wurden fünf Gebäude ausgewählt: Das Gasthaus „Roter Ochsen" gehörte dem damaligen Kreisbauernführer des Kreises Crailsheim - hier wird über die Bedeutung von Kreisleitung, Kreisbauernschaft und Reichsnährstand berichtet.

Im Armenhaus wurde 1936 das HJ-Heim eingerichtet - jetzt im Freilandmuseum wieder nacherlebbar mit Hintergrundinformationen zur Hitlerjugend. Die Flachsbreche steht für das Aufblühen des Flachsanbaus im „Dritten Reich" - die Autarkiebestrebungen mit dieser robusten Pflanze als Vorbereitung zum Krieg stehen hier im Mittelpunkt.


Im Käshof wird dem Schicksal einer hier im Verborgenen lebenden jüdischen jungen Frau nachgegangen - der Rassenwahn war auch auf dem Dorf allgegenwärtig. Das politische Leben in einem beispielhaften Dorf wird in dem aus diesem Dorfe stammenden Sommerkeller präsentiert - wer saß im Gemeinderat, wer waren die Funktionäre, wer war in der Partei.
In sieben weiteren ausgewählten Häusern wird die Situation der Bewohner in den Jahren um 1940 kurz aufgearbeitet: Gab es Zwangsarbeiter, wer ist zum Wehrdienst eingezogen worden, ist jemand im Krieg gefallen oder wurde er vermisst? Die Ausstellung ist damit über das gesamte Gelände verteilt, in jeder Baugruppe stößt der Besucher auf das Thema.
Diese Präsentation sollte keine klassische Ausstellung mit schönen Exponaten werden, die man in einem gut klimatisierten Ausstellungsraum in einem Schnelldurchgang besichtigen kann. Man sollte dafür etwas Zeit mitnehmen, um die einzelnen Stationen auf dem Gelände des Freilandmuseums besuchen und die Bild- und Texttafeln studieren zu können. Das Freilandmuseum bietet dazu geführte Rundgänge an.
Weitre Informationen zu dieser Ausstellung finden Sie unter www.dorf-unterm-hakenkreuz.de
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Eugenik und Euthanasie - Rassenpolitik im Dritten Reich
21. März - 7. November 2010
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstanden Verbände, die sich "Eugenik", d. h. die gezielte Verbesserung von Erbanlagen durch "Züchtung" zum Ziel gesetzt hatten. Unter dem nationalsozialistischen Regime wurden diese Ansätze Regierungspolitik. Sie beinhaltete im Wesentlichen die Förderung des als rassisch hochwertig eingestuften Nachwuchses, die zwangsweise Sterilisierung von als rassisch minderwertig angesehenen Menschen und die Ermordung von geistig und /oder körperlich behinderten Erwachsenen und Kindern sowie von psychisch Kranken. Opfer und Täter dieser Politik lassen sich in jedem Dorf nachweisen. In der Ausstellung soll den Spuren für den Raum Schwäbisch Hall nachgegangen werden.
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Dauerausstellungen ...
... zu den Themen:
Hausbau, Landtechnik, Feuerwehrwesen, Frauen im Dorf, Bahnhof, Leben und Überleben 1944/45, das Schwäbisch Hällische Schwein, Glashütte und Waldgeschichte über die Glasherstellung im schwäbisch-fränkischen Wald, und zu Forstwirtschaft und Waldnutzung sowie eine Ausstellung über Vertriebene im Bahnhof aus Kupferzell.
Die Ausstellung, die wichtige Stationen bei der Entwicklung ,,Rund ums Telefon” zeigt, ist zur Museumssaison 2010 an folgenden Sonntagen geöffnet: 25. April (Kochen in Bauernküchen), 16. Mai (Rund ums Pferd), 20. Juni (Imkertag), 15. August (Handwerkertag), 12. September (Kartoffeltag), 17. Oktober (Alte Landmaschinen).
Jeweils von 10 - 17 Uhr sind kompetente Ansprechpartner vor Ort.
Außerdem befindet sich in unserer Holzlagerhalle die Ausstellung "Wasser marsch!", die in Zusammenarbeit mit der Freiwilligen Feuerwehr Schwäbisch Hall und des Hohenloher Freilandmuseums entstand. Die Ausstellung zeigt das Feuerwehrwesen im Wandel der Zeit. Historische Fahrzeuge und andere wertvolle Exponate versprühen den Scharm einer vergangenen Feuerwehrära.
Sie können ab jetzt unsere Dauerausstellung "Heimat verloren - Heimat gewonnen" besuchen. Eher ungewöhnlich erscheint das Thema „Flucht und Vertreibung“ in einem Freilichtmuseum. Wackershofen hat sich dieses Themas jedoch angenommen, weil wir wissen, dass ein Großteil unserer heutigen Bevölkerung aus den früheren deutschen Ostgebieten stammt – auch in und um Schwäbisch Hall. Die Ausstellung behandelt einen wichtigen Aspekt der Geschichte unseres ländlichen Raumes. Sie selber will nicht alte Wunden lecken, sondern sachlich und nüchtern die Geschichte um Flucht und Vertreibung darstellen, die Ankunft in einer anfangs oftmals ungeliebten neuen Region nachzeichnen und die langsame, aber wirkungsvolle Integration in eine neu gewonnene Heimat zeigen. An diese starke Leistung der Nachkriegszeit wird hier wieder erinnert. Viele Zeitzeugen sprechen in der Ausstellung über ihre Erlebnisse, Gedanken und Gefühle, die sie mit der verlorenen und gewonnenen Heimat verbinden. Auch eine junge tschechische Staatsbürgerin kommt zu Wort, die die Sicht der „anderen Seite“ vermittelt. Die letztjährige, gut angenommene Ausstellung hat ein neues, dauerhaftes Domizil im Güterschuppen des historischen Bahnhofsgebäudes aus Kupferzell (Nr. 1a) gefunden.

Zwei Ausstellungen in unserem Forsthaus, zur Thematik "Glas" und "Wald und Forst"
Glas - Das ehemalige Forsthaus stand auf dem Platz einer früheren Glashütte, die dem Forsthaus ihren Namen gegeben hat: Joachimstal. Glasherstellung ist seit dem 15. Jahrhundert im Schwäbisch-Fränkischen Wald nachgewiesen, sie fand nicht nur im Spessart oder im Böhmerwald statt. Die Ausstellung berichtet über die technischen Voraussetzungen zur Glaserzeugung in früheren Zeiten und präsentiert historische Glasfunde aus dem Umfeld der Joachimstaler Glashütte. Ergänzt werden diese Stücke mit Exponaten aus der Sammlung des Freilandmuseums.

Wald und Forst - Was liegt näher als in einem früheren Forsthaus über die Wald- und Forstgeschichte zu informieren? Im Dach des Forsthauses findet der Besucher Text und Ausstellungsstücke zur Waldgeschichte, zur forstlichen Nutzung, zur Waldarbeit, über Holzarten und deren Verwendung. In Kürze können noch Kurzfilme über Arbeiten im Wald betrachtet werden. Nicht vergessen darf dabei auch die spannende Geschichte des Forsthauses selber, das 1778 als Bauernhaus über den Resten der Glashütte aufgebaut wurde
Die Alten im Dorf - Das kleine Ausdinghaus aus Morbach ist seit Frühjahr 2009, den "Alten im Dorf" gewidmet: Wer pflegt Kranke, die keine Angehörigen hatten? Wie sah die medizinische Versorgung aus? Wie war die Altersversorgung geregelt, bevor es die Rentenversicherung gab? Wer konnte seine Eltern in einem Ausdinghaus unterbringen?




